Schiedsrichter mit Freistoßspray (Foto: imago/Fotoarena)Schiedsrichter mit Freistoßspray (Foto: imago/Fotoarena)

Bis hier – und nicht weiter

Karlheinz Schmid fordert Spielregeln für die Branche

KUNSTZEITUNG Nr. 217, August 2014, Titelstory

Beltracchi, Gurlitt und nun Achenbach – diese Namen aus dem Kunstbetrieb stehen für Entwicklungen, die allesamt fatal sind, die der gesamten Branche schaden. Längst ist das Vertrauen in die Sache selbst, die Kunst nämlich, massiv geschwunden, und landauf und landab lässt sich erkennen, dass es neben dem Rekordpreiswahn ein zweites Phänomen gibt, das bedrohlich wirkt. Es geht im Wesentlichen um das aufkeimende Misstrauen gegenüber Experten-Meinungen, Preis-Bildungen und Branchen- Usancen, die letztlich keine sind, weil vor allem der Kunstmarkt immer mehr zu einer Grauzone mutiert, in der auch ausgewiesene Kenner keinen Durchblick haben. Ein Desaster.

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Mehr Frust als Lust

Karlheinz Schmid über die Galerie als Institution

In der Juli-Ausgabe der KUNSTZEITUNG (Nr. 215, 2014) veröffentlichte Karlheinz Schmid einen Beitrag über die wenig rosige Situation der Galerien. Diese kritische Bestandsaufnahme stieß bei so vielen Lesern auf zustimmende Resonanz, dass wir den Text hier erneut veröffentlichen.

Schein und Sein – ach, wie oft fällt einem die uralte Formel ein, wenn man sich seit Jahrzehnten durch den Kunstbetrieb bewegt und zunehmend feststellen muss, dass der Galerist, einst ein Berufsstand der Pioniere, wie der Altmeister der Branche, Otto van de Loo, es gerne sagte, längst ins Zwielicht geraten ist. Denn, von Ausnahmen abgesehen (etwa Larry Gagosian, Iwan Wirth oder David Zwirner), oft kommt es vor, dass auch in den Millionen-Einwohner-Städten die Umsätze in den Galerien nicht reichen, um Mitarbeiter zu honorieren oder Mieten zu bezahlen. Was Wunder also, dass manche der gesellschaftlich angesagten Locations nur zu halten sind, weil ihre Inhaber nebenbei andernorts Geld verdienen. So mutieren sie letztlich zu Hobby-Galeristen, was dann natürlich der Kunstvermittlungsarbeit abträglich ist und wiederum die ohnehin angespannte wirtschaftliche Lage verschlechtert.

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Festschrift für
Wolfgang Henze

Wolfgang Henze, 1944 geboren, kann auf eine Bilderbuch-Karriere zurückblicken: Nach seiner Dissertation 1969 gründet er zusammen mit seiner Frau Ingeborg Henze-Ketterer die Galleria Henze in Campione d'Italia, die seit 1993 unter dem Namen Henze & Ketterer von der Schweiz aus internationale Strahlkraft entfaltet. Der passionierte Kunstvermittler, dessen 70. Geburtstag der Verlag Lindinger + Schmid mit einer materialreichen Festschrift würdigt, engagiert sich seit den 1970er Jahren auch wissenschaftlich als Publizist und Archivar (u.a. für das Gesamtwerk von Ernst Ludwig Kirchner oder Fritz Winter) und ist gefragt in der Rolle als Vorstandsvorsitzender oder Beiratsmitglied verschiedenster Stiftungen und Vereine.

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