Imi Knoebel (Foto: ddp images/Michael Latz)Imi Knoebel (Foto: ddp images/Michael Latz)

Der Kampf ums wahre Bild

Der Maler Imi Knoebel als Meister der Reduktion

KUNSTZEITUNG Nr. 218, Oktober 2014, Titelstory

Hört auf zu malen! Das war die Devise in den sechziger Jahren. Imi Knoebel malte trotzdem, und wie! Ausgerechnet die strenge Abstraktion reizte ihn, obwohl Formalismus out und politischer Aktionismus angesagt war. Gleichwohl war Klaus Wolf Knoebel, so der bürgerliche Name des 1940 in Dessau geborenen Künstlers, keiner, der sich in Elfenbeintürmen den höheren Sphären zu widmen gedachte. Er blieb stets auf dem Teppich, betrachtete sich als „Arbeiter“, als „Handwerker, der Dinge herstellt, die sich Kunst nennen“. Letztlich sind es so einfache Dinge wie Sperrholz, Hartfaserplatten und Pappkarton, schwarz oder weiß gestrichen oder sparsam versehen mit Farbe. Geworden sind daraus Ikonen, die um die Frage von Sein oder Nichtsein eines Bildes kreisen.

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Mehr Frust als Lust

Karlheinz Schmid über die Galerie als Institution

In der Juli-Ausgabe der KUNSTZEITUNG (Nr. 215, 2014) veröffentlichte Karlheinz Schmid einen Beitrag über die wenig rosige Situation der Galerien. Diese kritische Bestandsaufnahme stieß bei so vielen Lesern auf zustimmende Resonanz, dass wir den Text hier erneut veröffentlichen.

Schein und Sein – ach, wie oft fällt einem die uralte Formel ein, wenn man sich seit Jahrzehnten durch den Kunstbetrieb bewegt und zunehmend feststellen muss, dass der Galerist, einst ein Berufsstand der Pioniere, wie der Altmeister der Branche, Otto van de Loo, es gerne sagte, längst ins Zwielicht geraten ist. Denn, von Ausnahmen abgesehen (etwa Larry Gagosian, Iwan Wirth oder David Zwirner), oft kommt es vor, dass auch in den Millionen-Einwohner-Städten die Umsätze in den Galerien nicht reichen, um Mitarbeiter zu honorieren oder Mieten zu bezahlen. Was Wunder also, dass manche der gesellschaftlich angesagten Locations nur zu halten sind, weil ihre Inhaber nebenbei andernorts Geld verdienen. So mutieren sie letztlich zu Hobby-Galeristen, was dann natürlich der Kunstvermittlungsarbeit abträglich ist und wiederum die ohnehin angespannte wirtschaftliche Lage verschlechtert.

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Festschrift für
Wolfgang Henze

Wolfgang Henze, 1944 geboren, kann auf eine Bilderbuch-Karriere zurückblicken: Nach seiner Dissertation 1969 gründet er zusammen mit seiner Frau Ingeborg Henze-Ketterer die Galleria Henze in Campione d'Italia, die seit 1993 unter dem Namen Henze & Ketterer von der Schweiz aus internationale Strahlkraft entfaltet. Der passionierte Kunstvermittler, dessen 70. Geburtstag der Verlag Lindinger + Schmid mit einer materialreichen Festschrift würdigt, engagiert sich seit den 1970er Jahren auch wissenschaftlich als Publizist und Archivar (u.a. für das Gesamtwerk von Ernst Ludwig Kirchner oder Fritz Winter) und ist gefragt in der Rolle als Vorstandsvorsitzender oder Beiratsmitglied verschiedenster Stiftungen und Vereine.

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