Chicks on Speed: Melissa Logan (links) und Alex Murray-Leslie (Foto: Beda Mulzer) Chicks on Speed: Melissa Logan (links) und Alex Murray-Leslie (Foto: Beda Mulzer)

 

Spaß an der Paranoia

Chicks on Speed zerhacken die Datenflut

KUNSTZEITUNG Nr. 220, Dezember 2014, Titelstory

Ach ja, schwelgen wir in Erinnerungen an die achtziger Jahre. Denn irgendwie retro klingen diese Songs. Eine Stimme, die ein wenig an Anne Clarke erinnert. Der Rhythmus kommt aus elektronischen Geräten. Die lassen aber weniger an Post-Punk als an Techno denken. Es quietscht und spaßt fast wie bei den Altered Images. Sehr witzig, sehr schrill. Aber was hören wir da? Es gebe zu viel Kunst? Und die gehöre auf die Halde? Langer Rede kurzer Sinn: Die Chicks on Speed haben wieder zugeschlagen. "Art Dump" heißt der Song. Die Stoßrichtung ist klar: Schluss mit dem Anhäufen dieser nutzlosen Edelstücke. Dem schwören die Gesamtkünstlerinnen ab. Es geht dann schon eher ums Flüchtige, und dort sind sie in ihrem Element. Und sind wieder voll und ganz da.

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Bilanz erschienen: KUNSTJAHR 2014

Obwohl in diesem Jahr weder die documenta noch die Biennale Venedig auf der Agenda der Kunstwelt stehen, herrscht kein Mangel an sehenswerten Ausstellungen und anderen herausragenden Ereignissen des Kunstbetriebs. Vor allem die förmlich explodierenden Auktionspreise für Gegenwartskunst fordern eine kritische Analyse heraus. Wie geht es weiter mit der Kunst, wenn deren Verkaufswert mehr und mehr zum einzigen Gradmesser ihrer Bedeutung wird? Zu dieser und vielen anderen Fragen, die der Szene unter den Nägeln brennen, nimmt die Zeitschrift KUNSTJAHR Stellung – kompetent und kurzweilig.

Die 14. Ausgabe des Magazins, die soeben erschienen ist, lässt Kunst und Kunstbetrieb im Berichtzeitraum (sprich: von November 2013 bis Oktober 2014) umfassend Revue passieren.

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Mehr Frust als Lust

Karlheinz Schmid über die Galerie als Institution

In der Juli-Ausgabe der KUNSTZEITUNG (Nr. 215, 2014) veröffentlichte Karlheinz Schmid einen Beitrag über die wenig rosige Situation der Galerien. Diese kritische Bestandsaufnahme stieß bei so vielen Lesern auf zustimmende Resonanz, dass wir den Text hier erneut veröffentlichen.

Schein und Sein – ach, wie oft fällt einem die uralte Formel ein, wenn man sich seit Jahrzehnten durch den Kunstbetrieb bewegt und zunehmend feststellen muss, dass der Galerist, einst ein Berufsstand der Pioniere, wie der Altmeister der Branche, Otto van de Loo, es gerne sagte, längst ins Zwielicht geraten ist. Denn, von Ausnahmen abgesehen (etwa Larry Gagosian, Iwan Wirth oder David Zwirner), oft kommt es vor, dass auch in den Millionen-Einwohner-Städten die Umsätze in den Galerien nicht reichen, um Mitarbeiter zu honorieren oder Mieten zu bezahlen.

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