Matthias Kampmann fragt, weshalb sich so viele Künstler an der Vergangenheit abarbeiten
KUNSTZEITUNG, Nr. 201, Titelstory
Ein Leib, ein großer, ein imposanter Körper: Der steht, in leichter Untersicht und hervorragender Studio-Manier fotografiert, in Teilen bemalt, doch sonst nackt vor uns. Body Painting? Das trifft es gewiss nicht, was Jakob Lena Knebl unter dem Titel "Piet" im letzten Jahr inszeniert hat.
Jakob Lena Knebl: "Piet"
Foto: Georg Petermichl Die Wiener Künstlerin, die sich nicht auf die Rolle als Frau oder Mann festlegen lässt, nutzt ihren Körper als Leinwand. Bemalt hat sie sich in Form eines altmodischen Badeanzugs. Das Motiv: ein Mondrian-Zitat. Ein gewagter Akt in doppelter Hinsicht. Der De-Stijl-Meister (1872 bis 1944) ist eine Ikone der Moderne, und die Rezeption seiner Werke erstreckt sich längst bis in die Alltagskultur. Doch anders als bei Designer-Kleidern oder Haarspraydosen geht es hier ums Ganze. Knebl befasst sich mit Strukturen von Gender-Konstruktion, durchbricht sie ironisch, killt Klischees mit Power und Anmut. Es ist ein Zug im Werk vieler zeitgenössischer Künstler, die Größen der Kunstgeschichte wieder aufzuführen.
Vom 1. September an ist der Verlag Lindinger + Schmid in Berlin zu Hause. Im Bezirk Schöneberg, Schmargendorfer Straße 29, haben wir ein neues Domizil gefunden. Die Möglichkeit, fortan in und von der Hauptstadt aus die KUNSTZEITUNG und weitere Publikationen produzieren und verbreiten zu können, ist zugleich mit einem großen Abschied verbunden. Nach bald einem Vierteljahrhundert international orientierter Verlagsarbeit in Bayern verlassen wir einen Großteil der Mitarbeiter, die vertraute Infrastruktur, das Verlagsgebäude und Regensburg.
Weiterlesen...Vor dem Umzug nach Berlin räumen wir unser Lager. Wir bieten 3200 Seiten KUNSTJAHR der Jahre 2001 bis 2010, also zehn 50-Euro-Bände, zum Sensationspreis von nur 119 Euro (inklusive Versand innerhalb Deutschland).
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