Otto Piene: "Brussels Flower", Installation für das Guggenheim Museum, New York, Ausschnitt (Foto: Elizabeth Goldring)Otto Piene: "Brussels Flower", Installation für das Guggenheim Museum, New York, Ausschnitt (Foto: Elizabeth Goldring)

Den Himmel erobern

Berlin: Otto Piene macht Licht

KUNSTZEITUNG Nr. 215, Juli 2014, Titelstory

Legendenbildung und Achtundsechziger- Romantik hin oder her: Damals war es gewiss nicht so, dass alle Künstler von jenem gesellschaftlichen Aufbruch einer politisch wachen Generation mitgerissen worden wären oder ihn gar angeführt hätten. Im Gegenteil: Viele Artisten malten brav weiter, reagierten gar nicht oder unbekümmert auf den Protest einer außerparlamentarischen Opposition. Otto Piene dagegen, Jahrgang 1928 und somit älter als das Gros der APO-Aktivisten, gehörte zu den Gegnern des Vietnamkrieges, und 1969 ließ er, der Mitgründer der in Düsseldorf ins Kunstleben gerufenen Zero- Bewegung, in Amerika unzählige mit Helium gefüllte Ballons und Schläuche in den Himmel steigen. Bildnerischer Protest im Freien, Botschaften aus dem Lager der Pazifisten. Seine Sky Art, dank Olympia-Regenbogen in München (1972) oder einst in der DDR verschwundener "Kassel Flower" (documenta, 1977) längst Kunstgeschichte, wird nun mit "More Sky" fortgesetzt, einer konzertierten Aktion der Neuen Nationalgalerie und der Deutschen Bank KunstHalle in Berlin.

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Mehr Frust als Lust

Karlheinz Schmid über die Galerie als Institution

In der Juli-Ausgabe der KUNSTZEITUNG (Nr. 215, 2014) veröffentlichte Karlheinz Schmid einen Beitrag über die wenig rosige Situation der Galerien. Diese kritische Bestandsaufnahme stieß bei so vielen Lesern auf zustimmende Resonanz, dass wir den Text hier erneut veröffentlichen.

Schein und Sein – ach, wie oft fällt einem die uralte Formel ein, wenn man sich seit Jahrzehnten durch den Kunstbetrieb bewegt und zunehmend feststellen muss, dass der Galerist, einst ein Berufsstand der Pioniere, wie der Altmeister der Branche, Otto van de Loo, es gerne sagte, längst ins Zwielicht geraten ist. Denn, von Ausnahmen abgesehen (etwa Larry Gagosian, Iwan Wirth oder David Zwirner), oft kommt es vor, dass auch in den Millionen-Einwohner-Städten die Umsätze in den Galerien nicht reichen, um Mitarbeiter zu honorieren oder Mieten zu bezahlen. Was Wunder also, dass manche der gesellschaftlich angesagten Locations nur zu halten sind, weil ihre Inhaber nebenbei andernorts Geld verdienen. So mutieren sie letztlich zu Hobby-Galeristen, was dann natürlich der Kunstvermittlungsarbeit abträglich ist und wiederum die ohnehin angespannte wirtschaftliche Lage verschlechtert.

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Festschrift für
Wolfgang Henze

Wolfgang Henze, 1944 geboren, kann auf eine Bilderbuch-Karriere zurückblicken: Nach seiner Dissertation 1969 gründet er zusammen mit seiner Frau Ingeborg Henze-Ketterer die Galleria Henze in Campione d'Italia, die seit 1993 unter dem Namen Henze & Ketterer von der Schweiz aus internationale Strahlkraft entfaltet. Der passionierte Kunstvermittler, dessen 70. Geburtstag der Verlag Lindinger + Schmid mit einer materialreichen Festschrift würdigt, engagiert sich seit den 1970er Jahren auch wissenschaftlich als Publizist und Archivar (u.a. für das Gesamtwerk von Ernst Ludwig Kirchner oder Fritz Winter) und ist gefragt in der Rolle als Vorstandsvorsitzender oder Beiratsmitglied verschiedenster Stiftungen und Vereine.

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