vangoghVincent van Gogh: "Selbstbildnis mit verbundenem Ohr und Pfeife", 1889 (Foto: Archiv)

Spurensuche auf einem unerschöpflichen Kontinent

Vincent van Gogh: 125 Jahre nach seinem Tod halten Leben und Werk noch manche Überraschungen bereit

KUNSTZEITUNG Nr. 221, Januar 2015, Titelstory

Der populärste Künstler weltweit ist er längst. Als Inbegriff des verkannten Genies, als Gradwanderer zwischen Wirklichkeit und Wahnsinn passt er wundervoll ins romantische Bild vom Künstler als Schmerzensmann und Heilsbringer, einem Bild, das für die meisten nach wie vor maßgeblich ist. Seine Gemälde – zu Lebzeiten des armen Schluckers vom Kunstmarkt ignoriert, heute Bestseller – gelten als Inkunabeln der modernen Kunst. Mehr als 100 Filme widmen sich dem tragischen Schicksal des psychisch Erkrankten, und Popsongs himmeln mit Verweis auf seine Bilder einsame Sternen-Nächte an. Alles gesagt, alles geschrieben über ihn, über Vincent van Gogh? Über jenen Solitär und Sonderling, der 1853 in Groot-Zundert geboren wurde, der sich 1890 in Auvers-sur- Oise das Leben nahm und im Jahrzehnt davor in einem Schaffensrausch mehr als 850 Gemälde und über 1000 Zeichnungen hervorbrachte?

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Bilanz erschienen: KUNSTJAHR 2014

Obwohl in diesem Jahr weder die documenta noch die Biennale Venedig auf der Agenda der Kunstwelt stehen, herrscht kein Mangel an sehenswerten Ausstellungen und anderen herausragenden Ereignissen des Kunstbetriebs. Vor allem die förmlich explodierenden Auktionspreise für Gegenwartskunst fordern eine kritische Analyse heraus. Wie geht es weiter mit der Kunst, wenn deren Verkaufswert mehr und mehr zum einzigen Gradmesser ihrer Bedeutung wird? Zu dieser und vielen anderen Fragen, die der Szene unter den Nägeln brennen, nimmt die Zeitschrift KUNSTJAHR Stellung – kompetent und kurzweilig.

Die 14. Ausgabe des Magazins, die soeben erschienen ist, lässt Kunst und Kunstbetrieb im Berichtzeitraum (sprich: von November 2013 bis Oktober 2014) umfassend Revue passieren.

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Mehr Frust als Lust

Karlheinz Schmid über die Galerie als Institution

In der Juli-Ausgabe der KUNSTZEITUNG (Nr. 215, 2014) veröffentlichte Karlheinz Schmid einen Beitrag über die wenig rosige Situation der Galerien. Diese kritische Bestandsaufnahme stieß bei so vielen Lesern auf zustimmende Resonanz, dass wir den Text hier erneut veröffentlichen.

Schein und Sein – ach, wie oft fällt einem die uralte Formel ein, wenn man sich seit Jahrzehnten durch den Kunstbetrieb bewegt und zunehmend feststellen muss, dass der Galerist, einst ein Berufsstand der Pioniere, wie der Altmeister der Branche, Otto van de Loo, es gerne sagte, längst ins Zwielicht geraten ist. Denn, von Ausnahmen abgesehen (etwa Larry Gagosian, Iwan Wirth oder David Zwirner), oft kommt es vor, dass auch in den Millionen-Einwohner-Städten die Umsätze in den Galerien nicht reichen, um Mitarbeiter zu honorieren oder Mieten zu bezahlen.

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